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Werkstatt der Lebenshilfe in Sinzheim feiert 40. Geburtstag

16.05.2017

„Wir wissen, wie es geht” 40 Jahre Erfahrung in Zusammenarbeit mit Industriepartnern „Beschützende Werkstatt” war gestern. Die vor 40 Jahren neu gebaute Werkstatt der Lebenshilfe Baden-Baden – Bühl - Achern in Sinzheim war die erste im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden. Mit einfachen Verpackungsarbeiten, einer Druckerei, Buchbinderei, Näherei und einer kleinen Schreinerei ging die Werkstatt der Lebenshilfe in Sinzheim 1977 an den Start. Seither hat sich hier viel getan. „Heute geht es um die Qualifizierung von Menschen mit Handicap und ihre Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zu einem Arbeitsplatz außerhalb der Werkstatt”, erklärt Andreas Hemlein, Mitglied der Geschäftsführung

Schreinereizoom
Werkstatt in den 70ernzoom
 

Durch die Inklusionsbestrebung der Lebenshilfe ist die Werkstatt heute viel mehr als ein Ansprechpartner für Menschen mit Behinderung und ihre Familien. Hier werden neben qualifizierten Tätigkeiten und passenden Ausbildungsmodulen auch Arbeitgeber und Fachdienste beraten. „Unsere Werkstatt hat sich zu einem Kompetenzzentrum für Arbeit, Rehabilitation und Inklusion entwickelt”, sagt Andreas Hemlein, Mitglied der Geschäftsführung der Lebenshilfe Baden-Baden – Bühl - Achern.

„Unsere Mitarbeiter leisten heute qualifizierte Arbeit im Auftrag von vielen Industriebetrieben der Region. Dabei dürfen keine Fehler passieren. Das wird möglich, indem wir ihre Arbeitsplätze entsprechend gestalten”, erläutert Alexandra Fluck, die als Mitglied der Geschäftsführung in Sinzheim die Bereiche Produktion und Finanzen leitet.

So lässt z.B. die Firma Agilent Technologies von der WDL seit über 25 Jahren verschiedene Tätigkeiten ausführen. Dazu zählt unter anderem das Anpassen von Schläuchen auf unterschiedliche Maße oder die Zusammenstellung und Montage von kleineren mechanischen Baugruppen. Auch die Konfektionierung verschiedener Ersatzteile zählt dazu.
„Unsere Erfahrungen mit der WDL sind durchweg positiv, insbesondere was die Flexibilität bei Bedarfsschwankungen, die Liefertreue und die Offenheit für neue Aufgaben betrifft“ lobt Norbert Sabatzki, Geschäftsführer bei Agilent Technologies. „Neue Prozesse und Produkte werden von WDL proaktiv analysiert und Details mit unseren Ingenieuren durchgesprochen. Darüber hinaus ist es natürlich auch eine tolle Sache, dass wir mit unseren Aufträgen Menschen mit Behinderung zu Arbeit, Verdienst und gesellschaftlicher Anerkennung verhelfen.“

Franz Matz beim Verstemmen von Kugeln in Gehäusen für die Firma Schaeffler.zoom
Silke Meier an der Schlauchschneidevorrichtung für die Firma Agilent, wo sämtliche Schläuche auf Länge geschnitten werden.zoom
 

Dies bestätigt auch Trudbert Kraus, Leiter Operations Unternehmensbereich Getriebesysteme bei der Firma Schaeffler, der stolz auf die rund 20-jährige Zusammenarbeit mit der Werkstatt in Sinzheim ist. „Mit den Werkstätten der Lebenshilfe verbindet uns seit Jahren eine stabile Partnerschaft. Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen.“
Gregor Fährmann, Personalleiter für den Schaeffler-Standort Bühl, ergänzt: „Wir legen großen Wert darauf, wirtschaftlichen Erfolg mit verantwortlichem Handeln gegenüber Umwelt, Mensch und Gesellschaft zu verbinden. Nachhaltiges Wirtschaften und gesellschaftliche Verantwortung sind elementare Bestandteile unserer seit Jahren gelebten Unternehmenskultur. Dazu gehört es unter anderem, Menschen mit Handicap zu unterstützen.“
Während ihrer Ausbildungszeit in der Werkstatt durchlaufen die Mitarbeiter der WDL in 27 Monaten viele verschiedene Module. Dabei finden sie ihre Kompetenzen und Stärken und werden darin auch weitergebildet. Laut Hemlein sind in Sinzheim rund 170 Menschen mit Behinderung beschäftigt. Weitere 16 durchlaufen den Berufsbildungsbereich, neun leisten Garten- und Landschaftspflegearbeiten. Außerdem betreut die Lebenshilfe derzeit 13 Außenarbeitsplätze in Firmen der Region und hat zwei Integrationsfirmen gegründet. „Was früher ein geschlossenes System war, ist heute offen und durchlässig.”

Integra Spülküche bei der Firma Schaefflerzoom
Integra Gala-Gruppezoom
 

Die Zusammenarbeit mit Schaeffler beschränkt sich daher auch nicht nur auf die CRS-Montage in der WDL. Auch mit der gegründeten Integrationsfirma INTEGRA Mittelbaden gGmbH funktioniert die Zusammenarbeit hinsichtlich Werkskantine und Grünpflege sehr gut. „Die Kollegen leisten dort einen wichtigen Wertbeitrag für unser Unternehmen, so dass der tägliche Betrieb reibungslos abläuft“ so Fährmann.
„Ich kann ganz bestimmt empfehlen, Menschen mit Handicap ins Unternehmen zu integrieren. Nachhaltiges Wirtschaften und gesellschaftliche Verantwortung gehören eng zusammen“ empfiehlt Fährmann auch anderen Firmen.
Eine Zusammenarbeit befürwortet auch Sabatzki von Agilent. „Unsere Erfahrung ist, dass man in einer offenen Diskussion mit der WDL sehr schnell herausfinden kann, ob die angefragte Leistung von WDL realisierbar ist. Insofern können wir andere Firmen nur empfehlen, den Kontakt mit der WDL zu suchen.“
„Inklusion heißt, dass beide Seiten aufeinander zugehen”, so Hemlein. Das Team der Lebenshilfe habe in den vergangenen Jahren eine Vielzahl an Erfahrungen gesammelt und Kompetenzen aufgebaut, um Arbeitgeber und Schwerbehindertenbeauftragte gut zu beraten. Die Experten der Lebenshilfe „wissen, wie es gehen kann”, einen Mitarbeiter trotz Handicap einzustellen.

Fragen von Unternehmen hierzu beantwortet Andreas Hemlein unter der Telefonnummer 07221/989-168.

© Lebenshilfe der Region Baden-Baden - Bühl - Achern e.V

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